14. Mai 2014

The man who's gonna burn your house down, with the lemons!

Das war mal eine unterhaltsame Woche.

Mittwoch erstmal Candidacy gehabt. Das ist so eine Zwischenpruefung um sicherzustellen dass man auf dem richtigen Weg ist im PhD Programm. DIe letzten Wochen habe ich vor allem an dem "Forschungsantrag" geschrieben und dann am Mittwoch eben auch eine Praesentation vor dem Pruefungskomitee dazu gegeben und Fragen bestmoeglichst beantwortet.
Und am Ende habe ich ohne Vorbehalt bestanden. Einzig an Literatur muss ich mehr arbeiten (und an der Art Fragen zu beantworten). Insgesamt aber ganz gut, da es oft vorkommt, dass Leute zwar bestehen, aber noch einmal neu schreiben muessen oder sonstiges.

Am Donnerstag war ich Volleyball spielen, da ich herausgefunden habe, dass es eine Gruppe an Scripps Leuten gibt die sich woechentlich dafuer trifft und es endlich mal nicht an einem Donnerstag geregnet hat. Und danach noch mit ein paar Leuten was trinken. Im "Specialty Beer Cellar". Von dem habe ich glaube ich auch noch nicht erzaehlt. Ist eine kleine Barstube, in der Bier aus aller Welt verkauft wird. Die Kellner sind auch leidenschaftlich dabei und kennen sich mit dem Zeug das sie verkaufen gut aus. Also so ganz stimmt das wohl nicht mit dem amerikanischen Wasserbier, man muss nur wissen was es gibt. Und ein bisschen mehr zu zahlen bereit sein. Wie gesagt, ist das ganze ein eher kleinerer Raum (mit einem normalen Tisch und ein paar Stehtischen), aber dadurch angenehm heimlich und die Musik sorgt auch nur fuer Ambiente anstatt Konversation zu verhindern. Ausserdem erlauben sie, dass man Essen mitbringt bzw bieten manchmal (vor allem an "Feiertagen") kostenlos welches an und wie ich festgestellt habe sind anscheinend sogar Sodas kostenlos. Cooler Laden auf jeden Fall, fast schon ein bisschen schade dass ich kein Bier trinke.

Am Freitag musste ich dann mit einem Kollegen Mausserum zu einem Labor nach Miami bringen. Der Arbeitstag war damit also groesstenteils nicht sehr ergebnisreich, aber dafuer entspannt. Auf dem Rueckweg haben wir dann zum spaeten Mittagessen in einer Mall in Boca Raton gehalten. Und dann habe ich meinen Augen kaum getraut: Es gibt dort einen Tesla Laden! Die Chance konnte ich mir natuerlich nicht entgehen lassen. Erinnert hat das Ganze ein bisschen an Apple Stores, riesige ungenutzte Flaeche und Hauptsache es sieht irgendwie designt aus. Es gab zwei Model S Ausstellungsstuecke ( je nur $114k), ein Fahrgestell und an einer Wand hingen die wenigen Farboptionen fuer Aussen und Innenaustattung.



Ein bisschen ueberrascht war ich davon, wie billig mir die Autos vorkamen. Wahrscheinlich habe ich das falsch eingeschaetzt, aber es kam mir so vor als waere alles aus Plastik, z.B. die schwarze Verkleidung wo Autos normalerweise den Lufteinlass zur Motorkuehlung haben. Aber andererseits haben wir auch ein Feature entdeckt, von dem ich bisher noch nicht gehoert hatte und dass die Verkaufszahlen bestimmt in die Hoehe schnellen lassen wuerde, wuessten mehr Leute davon:



Abends ging es dann zur Feier meiner Candidacy zu Bubba Gump's. Basierend auf Forrest Gump, handelt es sich hier um eine Kette die hauptsaechlich Shrimp-Gerichte serviert. Darueberhinaus kann man draussen sitzen und den Blick ueber Inlet und Leuchtturm geniessen.


Kokosnussshrimp. Das Foodie/Instagram Photographieren muss ich noch ueben.


Und weil wir ja Anlass zum Feiern hatten, habe ich mir auch noch eine Frozen Lemonade (Slushy) gegoennt. In einem Glas mit blinkenden Laempchen im Boden. Das ich behalten durfte! Ich wurde auch extra beim Bestellen noch darauf hingewiesen, dass das Getraenk keinen Alkohol enthaelt. Wobei ich mich schon frage, warum sie so etwas nicht anbieten. Jeder mag blinkende Glaeser.



Anschliessend sind wir dann noch fuer eine Weile zur Square Grouper Tiki Bar, die eine Laufdistanz entfernt liegt. Eine Open Air Bar direkt am Wasser, sogar mit Anlegestelle fuer ein paar Boote. Im Vergleich zu letzten Mal als ich dort war, war es dieses Mal sogar richtig voll. Komisch war nur, dass die (Cover-)Band schon recht frueh aufgehoert hat zu spielen, gegen 11 oder so.



Am Samstag kam uns dann Jess besuchen, die kurz vor meiner Zeit im Labor war (und noch dabei mitgewirkt hat mich bei den Interviews zu rekrutieren). Also ging es Samstag Abend zu Longboards, einem Restaurant in West Palm Beach. Trotz des Namens ist dieses nicht am Wasser gelegen, aber dafuer haengen einige Surfbretter an den Waenden und von der Decke. Chicken Wings und Mac & Cheese waren gut und weil ich immer noch in Feierlaune war habe ich mir noch einen Banana Split gegoennt. Schon toll, wenn man sich jetzt einfach goennen kann was man als Kind immer so gerne wollte.


Leider war das dann doch etwas viel fuer meinen kleinen Magen und als sich die Gruppe vom Abendessen verabschiedet hat, durfte ich feststellen dass andere Leute in einem Club unterwegs waren. Also habe ich mich zum Dirty Martini aufgerafft. Eigentlich mochte ich den Laden ja nicht, da ich das eine Mal als wir spontan entschieden dort hin zu gehen abgewiesen wurde. Weil ich eine kurze Hose anhatte! Ist ja nicht so als wuerden wir in einem Ort wohnen, an dem 20 Grad als kuehl zaehlen... Naja, also lange Hose, mein Scripps Polo und die nicht ganz so bunten Schuhe an und losgezogen in der Hoffnung nicht wieder weggeschickt zu werden. Und tatsaechlich bin ich dieses mal reingekommen. Von Innen sah das Ganze auch anders aus als erwartet. Alles ist sehr eng, es gibt mehrere Bars und hinter einer dieser ist eine Buehne, auf der eine Cover-Band ganz gut eingeheizt hat. Gegenuber der Bar waren allerdings Tische, durch diese typischen Flughafen-Trenner abgegrenzt. Heisst, die Tanzflaeche war eher ein laenglicher Gang kaum breiter als 2.5 Meter. Aber es kostet keinen Eintritt und weil wir nicht in Deutschland sind kriegt man auch Wasser kostenlos an der Bar. Was will man mehr?


Wie gesagt, hatte ich mich etwas ueberessen. Als ich dann mal zu einem Lied ein bisschen getanzt habe und gleich dicke Props von aelteren Kerlen gekriegt habe (an der Zielgruppe muss ich noch arbeiten) war mir dann doch wieder eine gute Weile schlecht. Aber wer auf eine tolle Geschichte hofft, wird leider enttaeuscht. Ich haben einfach gewartet und dann irgendwann gings wieder.
Als ich Samstag Nacht heimgekommen bin habe ich anscheinend auch vergessen, mein Sonnendach zu schliessen wie mir heute aufgefallen ist. Gluecklicherweise hat es aber tatsaechlich mal nicht bis spaeter diesen Abends geregnet.





Am Montag war Jess immer noch da, und eine Geschichte die immer wieder erzaehlt wird handelt von dem Ausflug des Labors in eine Karaoke Bar. Also musste das auch einmal wiederholt werden. Zunaechst gab es aber eine Trivia Runde. Da ich schon immer wissen wollte wie so etwas ablaeuft, fand ich das nicht schlecht. Da es aber eben Montag war, gab es genau drei Gruppen und bei drei Preisen war schon einmal klar, dass jeder irgendwie Gewinner wird. Bei den Fragen selbst sah ich dann doch eher dumm aus, da sie absurderweise hauptsaechlich USA-spezifische Dinge behandelten. Und obwohl einige Leute sehr selbstbewusst waren, dass unser Tisch voller Intellektueller dominieren wuerde, waren wir dann doch nur Zweiter.
Karaoke kann man sich ja vorstellen. Ich war ueberrascht, dass sich dafuer tatsaechlich die Bar richtig gefuellt hat. Auch, dass einige Leute wirklich dorthin gehen um zu singen. Nicht so 'ich bin betrunken, lass uns Spass haben'. Sondern 'ja, ich kann gut singen und ich zeige euch allen jetzt mal wie gut ich dieses Lied geuebt habe'. Irgendwie komisch.

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